Grundlagen schaffen

Den Boden schrubben“Ohne die freiwilligen Helfer ginge hier schon lange nichts mehr”, mit diesen Worten richtet sich Ada Schäfer, die zweite Vorsitzende der TuS Ober-Ingelheim, langsam auf und streckt den schmerzenden Rücken. Es ist warm in der Halle, wenn auch nicht so heiß wie draußen. Trotzdem rinnt der Schweiß. Zusammen mit einer Handvoll treuer Freiwilliger nutzt sie den in den Sommerferien ruhenden Übungsbetrieb, um die Erneuerung des Hallenbodens der alten Vereinsturnhalle vorzubereiten. Vor über 30 Jahren ist das zum letzten Mal geschehen, und seither hat der einstmals schöne Parkettfußboden schwer gelitten. Unzählige Übungsstunden, Wettkämpfe und Veranstaltungen haben ihre Spuren hinterlassen, und trotz regelmäßiger Pflege, ist es jetzt so weit. Schluss mit reinen Erhaltungsmaßnahmen. Der Lack muss ab, und das bevor die nächsten großen Veranstaltungen in der Halle anstehen.

Der Holzboden und die Bühne sorgen für eine unvergleichliche, warme Atmosphäre und die Halle ist nach wie vor sehr gut für gesellschaftliche Veranstaltungen, Konzerte, Parties, Filmvorführungen und Versammlungen geeignet.

Das Schrubben und Schleifen zeigt erste Effekte, doch die alte Versiegelung ist hartnäckig und die halbe Fläche liegt noch vor der rackernden Kolonne. Auch Ada ist jetzt wieder auf den Knien.

Schrubben2

Der Zeitpunkt für die Investition im niedrigen fünfstelligen Bereich ist natürlich alles andere als günstig. Die TuS geht durch rückläufige Zuschüssen und Veranstaltungen gerade durch eine finanziell anstrengende Phase. Zum Halbjahr erst mussten die Beiträge erhöht werden. Der Hallenfußboden war da nicht eingeplant. Durch den Einsatz von freiwilligen Helfern sollen die Gesamtkosten verringert werden. Ein Sonderzuschuss vom Sportbund Rheinhessen mildert die Last ebenfalls ein wenig. Die Dankbarkeit ist groß, doch der Verein muss sich immer noch ganz schön strecken. Und ganz besonders strecken sich heute die freiwilligen Helfer.

Schließlich ist der letzte Quadratmeter gereinigt. Jetzt ist es an der Zeit für die Profis. Eine Spezialfirma kümmert sich um die Neuversiegelung. Diese Qualität kann man in Eigenleistung nicht erreichen. Glück im Unglück: Das Parkett ist noch gut. Mindestens fünf Millimeter dick und bis auf ein paar kleine Stellen gut verklebt. Schließlich soll der neue Boden die nächsten Jahrzehnte wieder gut genutzt werden. Geld wird das Ganze über die nächsten Jahre auch noch sparen. Der Boden braucht keine jährliche Überarbeitung mehr, die Halle muss dafür nicht gesperrt werden und eine Menge teure Pflegemittel können im Laden bleiben.

Boden

Ein paar Tage später ist die neue Versiegelung perfekt. Der Boden glänzt seidig und glatt. Aus Ehrfurcht laufen alle erstmal nur barfuß darauf herum. Fühlt sich toll an. Holzparkett unter den bloßen Füßen ist eben ein ganz besonderes Gefühl. Eine weitere Gruppe von Freiwilligen malt schließlich ganz akkurat noch ein paar Spielfeldbegrenzungen auf den Boden. Schließlich will man hier auch sportlich tätig werden und nicht nur zugucken. Bei einer kleinen Führung merkt man Ada an, wie stolz sie auf das Geleistete ist. Auf die Gemeinschaftsleistung, darauf, dass doch viele mit anpacken, wenn Hilfe nötig ist. Der Hallenboden war nicht das einzige Projekt in diesen Sommerferien.

schnitzel1Die starken Jungs und Mädels der Turner undhaben parallel in der Gerätturnhalle geschuftet. Schnitzelgrube, Böden und sogar die Deckenbalken gereinigt. Das gehört eben auch zum Vereinsleben. Die Erlebnisse abseits des Sports. Gemeinsam etwas schaffen und Werte erhalten, nicht nur materieller Art. Ein großer Dank geht hiermit an alle, die sich immer wieder über ihre Sportart hinaus für die TuS einsetzen.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok